Projekt Organisationsdialoge

 

Im Wintersemester 2016/2017

wurde gemeinsam mit 25 deutschen

Erasmusstudenten und den 60 türkischen Studenten des 5. Semesters

im Rahmen der Veranstaltung "Organisationslehre" schon zum zweiten Mal das 

Projekt Organisationsdialoge durchgeführt. Das erste Mal  wurde das Projekt

im Sommersemester davor veranstaltet.

Bei dem Projekt sprechen die Studenten zusammen über 100 Stunden nur deutsch!

Das Projekt fing in diesem Semester im Oktober, gleich zu Semesterbeginn an. Jedem deutschen Studenten wurden 1-2 türkische Studenten zugeteilt, die die Pflichtveranstaltung "Organisationslehre" besuchten.  Die Gruppen, die aus 2 deutschen und 2-3 türkischen Sudenten bestanden,  erstellten schnell eine Whatsapp Gruppe und setzten sich jede Woche zusammen und diskutierten jeweils vier Stunden  kurze Texte, Zeitungsartikel oder Interviews, die ihnen zugesandt wurden. Die Texte bezogen sich auf aktuelle Wirtschaftsthemen aus Zeitungen, Zeitschriften und Themen aus der Organisationsforschung. Die Studenten  sahen sich auch gemeinsam  deutsche Filme im Goethe-Institut an, oder besuchten historische Plätze.  Nicht alle deutschen Erasmusstudenten studierten BWL. Einige von ihnen kamen auch aus Bereichen wie Volkswirtschaftslehre oder Politik - es war sogar eine Studentin dabei, die Pharmazeutik studierte!

Für die türkischen Studenten waren die Vorteile dieser Zusammenarbeit offensichtlich. Sie konnten mit deutschen Muttersprachlern kommunizieren, sie mussten deutsche Texte zur Organisationslehre lesen und Vokabeln lernen. Obwohl die Kommunikation nicht immer einfach war, wurde sie im Laufe der Zeit immer besser und langsam entstanden sogar Freundschaften zwischen den Studenten. Die Themen wurden während der Zwischenprüfung schriftlich und in der Abschlussprüfung mündlich abgefragt.

Doch auch für die deutschen Studenten brachte das Projekt viel! Am Ende des Semesters erhielten sie ein Zertifikat der Universität, das bestätigte, dass sie als Tutoren an der Marmara Universität beschäftigt waren und 60 Stunden lang soziales Engagement übernommen haben. Dies war für die Erasmusstudenten eine wertvolle Leistung, und viele sagten, dass Entscheidungsträger und Führungspersonen in Unternehmen (aber auch in anderen Institutionen) heutzutage immer mehr Wert darauf legen, dass Kandidaten nicht nur ihr Studium beenden, sondern auch zeigen können, dass sie gesellschaftliche Verantwortung tragen und nützliche Dienste erweisen. Doch auch die Integration in das "Gastland Türkei" gelang ihnen somit viel einfacher. Erasmusstudenten in den vergangenen Jahren klagten nämlich, dass sie immer unter sich bleiben, und nur sporadisch Kontakt zu türkischen Studenten aufbauen können. Meist war dies bisher mit beiderseitigen sprachlichen Barrieren verbunden. Auch diese Hürde liess sich mit einem Tutorium überwinden. Die Erasmusstudenten lernten ohne Schwierigkeiten gleichaltrige türkische Studenten kennen und schlossen schon nach kurzer Zeit Freundschaft mit ihnen.

Die Treffen blieben lange nicht bei den obligatorischen 60 Stunden um die Texte zu besprechen. Manche Gruppen unternahmen Trips nach Bursa, Eskişehir und Ankara und trafen sich auch sonst um gemeinsam Sportveranstaltungen oder Konzerte zu besuchen. Manche türkischen Studenten planen sogar, ihre Freunde im Sommer in Deutschland zu besuchen!

Einige der Texte, die von den Studenten bearbeitet wurden ... 

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Und diese Bilder blieben in Erinnerung...

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Es hat sich sehr schnell eine freundschaftliche Atmosphäre entwickelt und wir haben viel voneinander gelernt. Nicht nur über die Texte sondern generell über das Leben in Deutschland und der Türkei.

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Gemeinsam waren wir auch in einem deutschen Film und sahen uns anschliessend die Kunstwerke im Istanbul Modern Museum an.

Die Lernerfahrung war auf beiden Seiten - die türkischen Studenten und Studentinnen verbesserten ihr Deutsch, und die Erasmusstudenten lernten, die Zukunft aus der Kaffeetasse vorauszusagen.

Prägende Erfahrungen

Türkische Studentin: Manchmal trafen wir uns in Kadiköy oder Karaköy und manchmal in Taksim. Ich wusste nicht, dass Taksm etwas mit der "Wasserverteilung der Stadt" in der osmanischen Zeit zutun hatte, und dass der Ort deshalb Taksim hiess. Ich lernte dies bei meinen Vorbereitungen auf das Treffen und konnte es meinen Freunden erklären. Dies machte mich stolz.

Erasmusstudentin: Ich werde alle ganz schrecklich vermissen, weil sie mir doch sehr ans Herz gewachsen sind und hoffe, dass ich einige von ihnen bald wieder besuchen kommen kann, oder sie mich besuchen werden.

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Ich fand, Türken und Deutsche haben sehr viele Gemeinsamkeiten. Zum Beispiel sind beide Völker verrückt auf Fussball. Und dann erstaunten mich die engen Familienbeziehungen bei den Deuschen. Meine deutschen Freunde hatten oft Besuch von ihren Familienmitgliedern aus Deutschland. Das hätte ich nicht gedacht...

Deutsche Studentenperspektive

Wir haben uns auf Anhieb sehr gut verstanden und ich glaube, alle waren darüber etwas erleichtert, weil wir alle nicht so genau wussten mit wem wir die nächsten Wochen in dem Projekt zusammen arbeiten werden. Denn natürlich macht alles viel mehr Spaß und geht viel leichter, wenn man mit den Gruppenmitgliedern gut auskommt.In den nächsten Wochen haben wir uns dann mehrmals getroffen um Artikel zu besprechen oder andere Dinge zu unternehmen, zum Abendessen oder Biertrinken...

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Unsere anfänglichen schüchternen Begrüssungen sind im Laufe der Woche zu warmen Umarmungen geworden. Wir sind jetzt echte Freunde ...

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Treffen mit Aussicht

Erasmusstudent: Eine Woche sollten wir eine historische Stadttour unternehmen... Die Studenten haben sich mit kleinen Vorträgen zu verschiedenen Themen auf die Tour vorbereitet. Sie haben auch mehrmals nachgefragt, ob ich alles verstanden habe und es mir erklärt, wo es noch Verständigungsprobleme gab. Die drei haben sich eine tolle Tour ausgedacht und mir einige neue, historische Dinge beigebracht.

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Erasmusstudentin: Während des Projekts habe ich gemerkt, dass die türkischen Studenten mit jedem Treffen offener wurden und mehr auf Deutsch kommunizierten. Es fiel ihnen von Woche zu Woche einfacher, auf Deutsch zu reden und sie gewöhnten sich langsam daran. Außerdem kamen sie mal in Kontakt mit deutschen Muttersprachlern, mit denen sie Deutsch reden „mussten“ und nicht ins Türkische ausweichen konnten.

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Spasshaben gehörte zum unseren wöchentlichen Treffen...

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Die gelesenen Texte handelten von Innovationen, Technologie, Organisationsstrukturen, von Berufen die sich ändern oder ganz aussterben, und Mitarbeiterbeziehungen ... kurzum über alles, was wir in den Veranstaltungen so lernen.

Klasse Gespräche

Türkische Studentin: Die Treffen liefen sehr positiv und Anna hat uns bei den Texten sehr geholfen. Wir haben intensiv über die Texte geredet und natürlich auch über alltägliche Ereignisse und kulturelle Unterschiede haben wir uns lange unterhalten. Wir haben auch oft über die kulturellen Aktivitäten in Istanbul gesprochen (wie Konzerte, Ausstellungen usw.). Anna mochte solche Aktivitaeten sehr und es machte Spaß mit ihr über diese Themen zu sprechen.

Dialoge in der Natur

Erasmusstudent: Schon vor Beginn meiner Reise nach Istanbul war klar, dass ich gerne und intensiv am Leben der Türken teilnehmen möchte. Ich brauchte nicht lange zu überlegen als die Mail kam und sagte dem Projekt mein Engagement zu. Ich brachte keine großen Erwartungen mit, da ich es nicht für ein Zertifikat oder Ähnliches machte, sondern aus Interesse am Studentenleben der Türken. Nachdem mir Namen und Nummern der türkischen Studenten zugeteilt wurden, eröffneten wir eine Gruppe bei WhatsApp.

Bei den Treffen wurde viel geredet, gelacht ...

Die Texte waren nicht immer einfach zu bewältigen...

Die türkischen Studenten mussten sich gut auf die Treffen vorbereiten und ihren deutschen Freunden die Sehenswürdigkeiten der Stadt mitsamt allen geschichtlichen Fakten gut erklären...

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Schnell entstanden dicke Freundschaften.

Erasmusstudentin: Die Treffen liefen sehr gut. Wir hatten immer viel Spaß bei der Besprechung der Texte, auch wenn es manchmal sehr schwierige Texte waren und die Studenten für einen kurzen Moment die Motivation verloren. Allerdings konnte ich mit viel Humor die Situation wieder auflockern und den Studenten verständlich machen, worum es in den Artikeln geht. Am besten lief es, wenn wir Sehenswürdigkeiten anschauen sollten oder an einem bestimmten Ort eine türkische Spezialität essen sollten.

Erasmusstudentin: Jedes Treffen brachte uns näher zusammen, sodass es sich später viel mehr wie eine unbeschwerte Verabredung unter Freunden anfühlte. Wir trafen uns auf einen Kaffee, gingen gemeinsamen shoppen oder abends etwas trinken. Neben neugewonnenen Freundschaften, habe ich auch persönlich viel aus dem Projekt mitgenommen. Der Austausch hat mich stückweit der Türkei näher gebracht. Durch die Gespräche mit Burçe, Tuğçe und Damla habe ich mehr über das Land und die Leute gelernt.

Türkische Studentenperspektive

Die Themen der Texte waren meistens sehr interressant; Digitalisierung, wie man mit Geld vom Kunden Unternehmen gründet, Programme mit denen Mitarbeiter andere Mitarbeiter für ihr Unternehmen bewerben usw. Wir haben uns meistens in Kadıköy oder in Taksim getroffen. Eine Woche haben wir die Eyüp Sultan Moschee besucht und danach zusammen Kaffee getrunken. Meiner Meinung nach war das Projekt sehr nützlich.

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